Montag, 22. Dezember 2014

CBG reicht Strafanzeige ein


 
Presse Information vom 22. Dezember 2014

Diese Meldung über Facebook und Twitter 


BAYER: unlautere Medikamenten-Werbung in sozialen Medien
Coordination gegen BAYER-Gefahren reicht Strafanzeige ein


Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) hat heute bei der Staatsanwaltschaft Köln Strafanzeige eingereicht. Die CBG wirft dem BAYER-Konzern vor, unlautere Medikamenten-Werbung in sozialen Netzwerken zu betreiben.

Nach Recherchen des Magazins DATUM hat die österreichische PR-Agentur Mhoch3 über Jahre hinweg hunderttausende Postings in Onlineforen platziert. Dutzende Belegschaftsangehörige schufen hierfür Hunderte falscher Identitäten und machten im Netz Schleichwerbung für Autos, Fotoapparate, Glücksspiele oder neue CDs. Der BAYER-Konzern beauftragte Werbung für das Flohmittel Advantix und die Hormonspirale Mirena, obwohl Reklame für verschreibungspflichtige Präparate nur in Fachzeitschriften erlaubt ist.

Philipp Mimkes vom Vorstand der Coordination gegen BAYER-Gefahren: „Wir dürfen nicht zulassen, dass Pharmahersteller wie BAYER die Risiken von Medikamenten verharmlosen und schamlos die öffentliche Diskussion manipulieren. Wenn eine einzelne Agentur jährlich hunderttausend Postings schalten kann, müssen wir davon ausgehen, dass ein großer Teil der online-Kommentare gefälscht ist. Gesetzgeber und Gerichte müssen die systematische Unterwanderung des internets daher dringend stoppen.“

Rechtsanwalt Sven Forst, der die Anzeige im Auftrag der CBG verfasst hat, ergänzt: „Wenn die Vorwürfe zutreffen, ist zu prüfen, ob dadurch Straftatbestände oder Ordnungswidrigkeitentatbestände erfüllt wurden. So könnten beispielsweise Verstöße gegen das Heilmittelwerbegesetz vorliegen.“

Obwohl für Mirena Berichte über teils schwerwiegende Nebenwirkungen vorliegen, veröffentlichte die Agentur Postings im Tonfall hilfsbereiter Freundinnen: „also ich hab mir vor einem jahr die hormonspirale mirena einsetzen lassen und ich muss sagen, dass ich sehr zufrieden damit bin. hatte am anfang angst vor dem einsezten, doch das war halb so schlimm“ oder: „Ich habe mir die Mirena einsetzen lassen, ist ebenfalls eine hormonspirale und damit hatte mein Frauenarzt sehr gute Erfahrungen bereits gemacht (…) – das kann ich voll empfehlen“. Die Rechtschreibfehler sollten Authentizität suggerieren.

Die gefakten Kommentare finden sich auf Plattformen wie YouTube, Facebook, GuteFrage.net sowie Nachrichtenseiten wie Spiegel.de und Focus.de. In den Postings ist keinerlei Hinweis auf die PR-Agentur oder deren Auftraggeber zu finden. Zur Aufgabe der Agentur gehörte es auch, Einträge bei wikipedia zu frisieren.

Der BAYER-Konzern gibt pro Jahr rund zehn Milliarden Euro für Werbung und Vertrieb aus. Hierunter fällt der gesamte Graubereich des Pharma-Marketings: Medikamenten-Proben für Praxen und Krankenhäuser; Anwendungs-Studien, deren Ergebnisse meist in der Schublade verschwinden; Finanzierung von Fortbildungen und Ärzte-Kongressen; die Arbeit tausender Pharma-ReferentInnen; Spenden an medizinische Fachgesellschaften und Lobbyverbände etc. Eine Aufschlüsselung der gewaltigen Marketing-Ausgaben lehnt der Konzern ab.

In den vergangenen Jahren verlagerte BAYER immer mehr Marketing-Aktivitäten in das Internet. So betreibt das Leverkusener Unternehmen eigene Webseiten wie pille.com oder testosteron.de, die es als „Informationsangebote“ tarnt. Auch hierdurch soll das Werbeverbot für Medikamente umgangen werden.

Rettungskampagne der CBG unterstützen: www.cbgnetwork.org/4273.html


weitere Informationen:

Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG)eMail        info@CBGnetwork.org
Internet     www.CBGnetwork.org
Twitter:      twitter.com/BayerGefahren
Facebook  https://www.facebook.com/CBGnetwork

Tel 0211-333 911, Fax 0211-333 940

Beirat
Dr. Erika Abczynski, Kinderärztin, Dormagen
Hiltrud Breyer, MdEP (1989 bis 2014), Berlin
Eva Bulling-Schröter, MdB, Berlin
Wolfram Esche, Rechtsanwalt, Köln
Prof. Jürgen Junginger, Designer (i.R.), Krefeld
Dr. Sigrid Müller, Pharmakologin, Bremen
Prof. Dr. Jürgen Rochlitz, Chemiker, ehem. MdB, Burgwald
Prof. Rainer Roth, Sozialwissenschaftler, Frankfurt/M.
Prof. Dr. Anton Schneider, Baubiologe, Neubeuern
Dr. Angela Spelsberg, Leiterin Tumorzentrum, Aachen



Schwarzkümmel



„Schwarzkümmel heilt jede 
Krankheit – außer den Tod.“

Mohammed (570 - 632 n. Chr.)


 


Sonntag, 21. Dezember 2014

Oh du zermürbende Weihnachtszeit!


Ein Weihnachtsgedicht für Atheisten u. a.

www.facebook.com/gedicht


Offener Weihnachtsbrief

www.vegan.at/offener-weihnachtsbrief


Mond



"Jeder ist ein Mond und hat eine 
dunkle Seite, die er niemandem zeigt."



Donnerstag, 18. Dezember 2014

Monsanto



Wo Monsanto schon überall drin steckt:


http://naturkraftstiftung.wordpress.com/monsanto


Vegetarismus und Mitgefühl



Interessante Forschungsergebnisse zum 
Thema Vegetarismus und Mitgefühl:


www.spektrum.de/mitgefuehl


Mittwoch, 17. Dezember 2014

Für Isa



"Wer Bäume setzt, obwohl er weiß, dass er nie 
in ihrem Schatten sitzen wird, hat zumindest 
angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen."
 
Tagore (1861 - 1941)



www.provegan.info


Dienstag, 16. Dezember 2014

Verstand



"Der Verstand und die Fähigkeit, 
ihn zu gebrauchen, sind zwei 
verschiedene Gaben."

Franz Grillparzer (1791 - 1872),
österr. Dichter

 


Montag, 15. Dezember 2014

Before you tell me about ...



"Before you speak to me about your religion, 
first show it to me in how you treat other 
people. Before you tell me how much you love 
your God, show me how much you love all his 
children. Before you preach to me of your 
passion for your faith, teach me about it through 
your compassion for your neighbours.
In the end, I'm not as interested in what you 
have to tell or sell as in how you 
choose to live and give."

Cory Booker,
Newark, New Jersey

(Facebook-Fundstück)



http://youtu.be/IXoFXmYMItM
http://steingemaelde.blogspot.co.at


Samstag, 13. Dezember 2014

breites Gerede



"Wo es den Redner an Tiefe fehlt, 
da gehen sie in die Breite."

Charles de Montesquieu (1689 - 1755),
franz. Schriftsteller

 
Hier ein wunderbarer Vortrag, von einem Redner, 
auf den obiges Zitat meines Erachtens 
in keinster Weise zutrifft!

"Bewusstlose Nahrung":
http://youtu.be/BJIlBNu89GA


Freitag, 12. Dezember 2014

Ärzte: Ehr- und Gelderwerb



"Wehe dem Arzte, der Ehr- und Gelderwerb 
zum Ziel seines Strebens macht. Er wird im 
ewigen Widerspruch mit sich selbst und seinen 
Pflichten stehen, er wird seine Hoffnung ewig 
getäuscht und sein Streben nie befriedigt finden 
und zuletzt seinen Beruf verwünschen, der ihn 
nicht lohnt, weil er seinen wahren Lohn nicht kennt."

Christoph Wilhelm von Hufeland (1762 - 1836),
dtsch. Mediziner, königlicher Leibarzt von Preußen


www.zentrum-der-gesundheit.de/ritalin


Montag, 8. Dezember 2014

Öffentliche Datenbank zu Tierversuchen



Tierschützer kritisieren „Schönfärberei von Tierleid

Gemeinsame Pressemitteilung

Ärzte gegen Tierversuche e. V.
 
und  
Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V.

 

Die bundesweiten Vereine Ärzte gegen Tierversuche (ÄgT) und Bund gegen Missbrauch der Tiere (bmt) begrüßen die aktuell veröffentlichte Datenbank „AnimalTestInfo“, welche Informationen über durchgeführte Tierversuche bereitstellen muss. Die Vereine kritisieren diese jedoch als unzureichend und nicht neutral. Zudem sei mit dem überarbeiteten Tierversuchsrecht der notwendige Paradigmenwechsel zu einer modernen, tierversuchsfreien Wissenschaft vollkommen verfehlt und stattdessen das tierexperimentelle System verfestigt worden.

Bereits seit einem Jahr müssen Tierexperimentatoren aufgrund der 2013 in Kraft getretenen Tierschutzgesetzgebung zu Tierversuchen ihrem Antrag auf Genehmigung eines Tierversuchsvorhabens eine sogenannte Nichttechnische Projektzusammenfassung beifügen. Diese muss Angaben über Zweck des Versuchs, Art und Anzahl der Tiere, sowie den Nutzen und Schaden für diese bereitstellen. Nach Genehmigung des Tierversuchs übermittelt die Behörde die Daten an das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), welches diese innerhalb von zwölf Monaten in der Datenbank „AnimalTestInfo“ veröffentlicht. Allerdings gilt das nur für genehmigungspflichtige Tierversuche und nicht für solche, die der Behörde nur angezeigt werden. Zudem basieren die Informationen laut ÄgT und bmt rein auf den Angaben des Tierexperimentators. Damit seien der Schönfärberei von Tierversuchen Tür und Tor geöffnet. „Eine neutrale Abwägung zwischen dem Leid der Tiere und dem vorgeblichen Nutzen eines Tierversuchs, bevor die Tiere in Versuchen leiden und sterben, fehlt vollkommen. Die Notwendigkeit eines Versuchs wird gar nicht erst in Frage gestellt“, kritisiert Karsten Plücker, Vorsitzender des bmt.


Die Ärztevereinigung hat sich während des gesamten, Jahre dauernden Prozesses der Neuausrichtung des Tierversuchsrechts gemeinsam mit ihrem europäischen Dachverband ECEAE auf EU-Ebene für Verbesserungen im Sinne der Tiere eingesetzt, unter anderem mit einer EU-weiten Kampagne und Postkartenaktionen an Parlamentarier. Der bmt und die Ägt hatten zudem die Bundesregierung auf gravierende Defizite bei der Umsetzung hingewiesen und fundierte Stellungnahmen eingereicht. So stützen sich die Vereine auf ein juristisches Expertengutachten, das bestätigt, dass das Staatsziel Tierschutz missachtet wird.


Nach Aussage der Vereine suggeriert die Tierversuchsdatenbank des BfR Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit, was jedoch nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass auch diese nur ein Bestanteil eines Systems ist, das Tierversuche verwaltet, jedoch keinen einzigen verhindert. „Deutschland hat es versäumt, bei der Umsetzung der EU-Vorgaben in deutsches Recht wirksame Einschränkung oder gar Maßnahmen zum Ausstieg aus dem Tierversuch festzulegen“, so Dipl.-Biol. Silke Bitz von Ärzte gegen Tierversuche. Vielmehr hat Deutschland sogar das tierexperimentelle System weiter gefestigt. So sind entgegen der klaren Empfehlung der EU in Deutschland Versuche mit schwerem Leid erlaubt und Experimente an Primaten nicht eingeschränkt.
 

Die ÄgT und der bmt fordern eine vollständige Überarbeitung der Regelungen dahingehend, im Sinne von Mensch und Tier den Weg zu ebnen für eine ethische und moderne Wissenschaft und Forschung ohne Tierversuche.

 
Weitere Information:
EU-Tierversuchsrichtlinie – Hintergrundinfos
http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/infos/eu/550-eu-tierversuchsrichtlinie-hintergrundinfos


Datenbank AnimalTestInfo
http://www.animaltestinfo.de


 
 Ärzte gegen Tierversuche e. V., Güldenstr. 44 a, 38100 Braunschweig, Tel. 0531-60944791, Fax 0531-60944792, info@aerzte-gegen-tierversuche.de, http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de


Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., Viktor-Scheffel-Str. 15, 80803 München, Tel. 089 38 39 52 – 0, Fax 089 38 39 52 – 23, mail@bmt-tierschutz.de, http://www.bmt-tierschutz.de



eine Kerze



"Tausend Kerzen können vom Licht 
einer Kerze entzündet werden."

auf einem Teebeutel-Etikett gefunden ...


... und sofort an eine soeben 
entdeckte neue Kerze gedacht: 


Frieden & Liebe?!



"Wie kann man jetzt an Weihnachten von 
Frieden und Liebe reden und sich dann an 
den Tisch setzen, um jemanden zu verspei-
sen, der nie Liebe und Frieden erfahren hat?"


Sonntag, 7. Dezember 2014

Agrarindustrie läuft Sturm



“Sie wollen Geld mit Rindern verdienen? Trai-
nieren Sie spielerisch mit unserem Wirtschafts-
Simulator!” heißt es in dem kurzen Einspielvideo 
aus der Sendung Quarks & Co (WDR) vom 
18.02.2014. Am Ende empfiehlt der Simulator:  
'Weniger Gewissen bringt mehr Umsatz!'

Der Beitrag ist Satire – doch die Fakten hinter 
dem Beitrag sind echt. Deshalb läuft jetzt der 
Deutsche Bauernverband Sturm und ruft seine 
Mitglieder zum Protest gegen den WDR auf. 

Der Verband setzt sich hauptsächlich für die 
Interessen seiner industriell wirtschaftenden 
Mitglieder ein. So lobbyiert der Bauernverband 
z. B. massiv gegen ökologische Reformen in der 
europäischen Agrarpolitik. Das sollten wir uns 
nicht gefallen lassen, daher bitte das 
Video verbreiten."




Samstag, 6. Dezember 2014

In One Day



"We are born in one day.
We die in one day.
We can change in one day.
And we can fall in love in one day.
Anything can happen in just one day."


Donnerstag, 4. Dezember 2014

Verschmutzung des Planeten



"Die Verschmutzung des Planeten ist nur die 
Spiegelung im Außen von einer psychischen 
Verschmutzung im Inneren, ein Spiegel für 
die Millionen von unbewussten Menschen, 
die keine Verantwortung für ihren 
inneren Raum übernehmen."

Eckhart Tolle


 


Dienstag, 2. Dezember 2014

CBG: 30 Jahre Bhopal


30 Jahre Bhopal: 

Verbrechen bleibt ungesühnt - Interview zur Situation vor Ort


Mindestens 20.000 Menschen starben beim größten Chemie-Störfall der Geschichte. Das Fabrikgelände wurde niemals gereinigt, so dass es bis heute zu Vergiftungen kommt. In der kommenden Nacht jährt sich das ungesühnte Verbrechen zum dreißigsten Mal.

Lesen Sie hierzu ein Interview mit Anabel Schnura von der Coordination gegen BAYER-Gefahren, die im Frühjahr vor Ort in Indien arbeitete.


30 Jahre Bhopal: „Es wird immer schlimmer“


In einem Pestizid-Werk von UNION CARBIDE explodierten am 3. Dezember 1984 rund 30 Tonnen der Chemikalie Methylisocyanat und bildeten eine Gaswolke über dem anliegenden Elendsviertel. Allein die sogenannte „Nacht des Massakers“ forderte 8.000 Menschenleben. Noch immer fordert das Desaster Opfer, denn Sanierungsarbeiten fanden nicht statt. Anabel Schnura hat in einer Bhopaler Klinik ein dreimonatiges Praktikum absolviert und gibt Auskunft über die Situation vor Ort.

 

Wo genau hast Du gearbeitet?

Anabel Schnura: 

In Bhopal, in der „Sambhavna Trust Clinic“, die die Opfer von UNION CARBIDE behandelt. Sie betreut aber nicht nur die Leute vor Ort, sondern kämpft auch dafür, dass die Schuldigen zur Verantwortung gezogen werden.
 

Die Klinik ist nur für die Bhopal-Opfer?

Ja, 29.000 sind dort registriert.

Es kommen immer noch neue dazu?

Ja, dadurch, dass es sich in den Genen festgesetzt hat und dass das Grundwasser verseucht ist. Heute sind es die Nachfolge-Generationen, die Probleme haben. Es sind größtenteils Atemwegserkrankungen, Lungen-Probleme. Es gibt aber auch Fälle von Krebs und Blindheit.

 

Wie sah deine Arbeit konkret aus?

Wir haben mit den Health Workern zusammengearbeitet. Sie sind immer in die umliegenden Communities und Slums gegangen, um Aufklärungsarbeit zu machen für die Menschen vor Ort, die es nicht schaffen, in die Klinik zu kommen. Sie warnten sie unter anderem davor, das Wasser zu trinken und malten ihnen aus, was dann passieren kann: Hautausschläge und anderes.

 

Es gab nie Bestrebungen, die Böden zu reinigen und das Gelände insgesamt zu sanieren?

Nein, es sieht dort seit 30 Jahren noch genauso aus wie in der Nacht selber. Da wurde nichts gereinigt, da stehen immer noch die Chloroform-Flaschen herum, und direkt daneben die Slums. Und jetzt im Mai waren Wahlen, da durfte niemand das Gelände betreten, weil es immer noch zur Diskussion steht, was da jetzt passieren soll.

 

UNION CARBIDE hat auch nichts gemacht?

Das Unternehmen hat kleine Schadenersatz-Zahlungen geleistet, aber wirklich geschehen ist nichts. 2001 wurde UNION CARBIDE dann verkauft. Es gehört jetzt zu DOW CHEMICAL, und die sagen: „Wir haben damit nichts mehr zu tun.“ Weil deshalb die Chemikalien immer noch ins Grundwasser sickern, ist es verseucht. Und die Leute trinken das, denn Wassertanks gibt es nicht viele. Die waschen sich damit, die reinigen ihre Lebensmittel damit, alles.
 
Dann ist es ja eine unendliche Geschichte

Ja. In der Nacht selber und unmittelbar danach sind etwa 20.000 Menschen gestorben, und jetzt sind es 100.000, die betroffen sind. Es wird immer schlimmer. 2007 haben zwei Wissenschaftler eine Studie gemacht, um zu prüfen, welche Ausmaße die Kontaminierung des Bodens und des Grundwassers hat. Und wir haben das mit einem einfachen Kupferdraht-Test ein bisschen fortgeführt, wo man nur sehen kann, das ist kontaminiert oder nicht, den Umfang jedoch nicht bestimmen kann. Dass das Gebiet direkt drum herum verseucht ist, das ist klar, aber wir sollten jetzt prüfen, inwieweit das Gebiet noch größer geworden ist.

 

Es wird auch nicht gesagt: Wenn wir schon nicht sanieren können, dann quartieren wir wenigstens die Bewohner um?

Bhopal hat 1,8 Millionen Einwohner. Da sind so viele Menschen auf so kleinem Raum, die kann man nicht mal eben umsiedeln. Bhopal ist durch Seen getrennt. Es gibt einmal die alte Stadt und einmal die neue Stadt. Die Explosion hat sich in der alten Stadt, dem Slum-Gebiet, ereignet. Die Leute, die dort leben, können es sich nicht leisten, dort wegzuziehen. Die Leute von der anderen Seite hingegen sagen, wir haben damit nichts zu tun, das ist deren Sache. Sie trauen sich gar nicht auf die Seite, wo sich die Explosion ereignet hat, weil dort die Kriminalität stärker ist und Armut herrscht. Und bei ihnen wird alles neu gebaut und schön gemacht.

 

Die Fabrik war wirklich mittendrin?

Ja, wir haben 500 Meter Luftlinie von dem alten Fabrik-Gelände gelebt. Wir haben es uns auch angeguckt. Es ist einfach eine riesige Ruine, mit einem Zaun drumrum, der aber überall Löcher hat. Und unmittelbar in der Nähe des Zauns wohnen dann die Leute in ihren Wellblechhütten. Sie bauen da auch ihre Lebensmittel an, und die sind natürlich auch alle verseucht. Viele Leute sind sehr unwissend. Wir haben einen älteren Mann kennen gelernt, der hat auf der anderen Seite von Bhopal gewohnt, war aber politisch interessiert und kannte auch die Geschichte von Bhopal. Er ging aber trotzdem jeden Tag in dem See, der verseucht ist, schwimmen, wo wir gesagt haben: Um Gottes Willen, das würden wir niemals tun!“. Sie machen alle auch ein bisschen die Augen zu und angeln dort ihren Fisch. Wir haben auch einmal Fisch dort gegessen, und wurden dann von einem Arzt gesehen und haben direkt einen auf den Deckel bekommen, wie wir denn den Fisch essen könnten!

 

Gibt es keine Parteien, die sagen, wenn wir an die Macht kommen, dann machen wir etwas?

Doch, die gibt es schon, aber die sind sehr klein. Die Frau des Klinik-Leiters ist in der AAP, der „Partei der kleinen Leute“. Die setzt sich dafür ein, dass Sanierungsarbeiten beginnen.

 

Wenn eine Partei in Bhopal sagt: „Wir wollen, dass hier endlich mal etwas geschieht“, dann könnte man doch eigentlich denken, dass sie Stimmen bekommt.

Die Leute in den Slums haben kaum Bildung, während die gebildeten Leute auf der anderen Seite die Augen verschließen und sagen: „Wir haben damit nichts zu tun, wir wohnen hier, wo es sicher ist“. Und da kommt dann so ein Modi und erzählt den Bauern: „Ich bring euch Strom und Wasser.“ Und dann glauben die das. Der ist im Fernsehen, der ist überall zu sehen, der macht tolle Plakate. Was soll ich da so eine kleine Frau wählen, die da mit dem Besen in der Hand steht und sagt: „Ich kämpfe für eure Rechte“, wo auf der anderen Seite jemand ist, der Geld hat und sagt: „Ich bring euch Strom und Wasser.“
 
Wird der 30. Jahrestag etwas an der Situation ändern?

Die Klinik hat schon vor, wieder große Aktionen zu machen. Sie hoffen, dass da mal was passiert. Aber ob sich etwas tut, weiß kein Mensch. Es bleibt auch abzuwarten, inwieweit die Behörden politische Betätigungen zulassen werden.

 

Vor fünf Jahren zum 25. Jahrestag fand eine große Rundreise der Bhopal-Initiative statt. Sie machten auch an den BAYER-Standorten in Leverkusen und im US-amerikanischen Institute Station, weil die dortige Fertigungsstätte ursprünglich UNION CARBIDE gehörte und das Schwester-Werk zur Fertigungsstätte in Bhopal war. Bei einer Explosion im Jahr 2008 wäre es dann auch fast zu einer ähnlichen Katastrophe gekommen.

Ja, sie haben schon mehrere Rundreisen unternommen, sie haben auch durch die USA schon mal eine Tour gemacht.


 

Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG)
eMail info@CBGnetwork.org
Internet www.CBGnetwork.org
Twitter: twitter.com/CBGnetwork
Facebook www.facebook.com/CBGnetwork

Tel 0211-333 911, Fax 0211-333 940

SOS - Bitte Rettungskampagne unterstützen!
Die Coordination gegen BAYER-Gefahren ist ein internationales Selbsthilfe-Netzwerk. Wir sind in einzigartiger Weise seit 1978 aktiv gegen KonzernMacht. Dabei arbeiten wir weitgehend ehrenamtlich und erhalten keinerlei offizielle Förderung. Wir sind auf Spenden und Förderbeiträge angewiesen.


Derzeit kämpfen wir um unsere Existenz. Um trotz Finanzkrise und sinkender Realeinkommen zu überstehen, brauchen wir 500 neue Fördermitglieder. Und natürlich auch Spenden.
Bitte werden auch Sie Fördermitglied. Und / oder helfen Sie mit einer Spende. Danke.

Stärken Sie uns den Rücken, werden Sie online Fördermitglied. Oder spenden Sie online

Überweisen Sie bitte auf das
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BLZ 83094495
Empfänger: CBG

BIC/SWIFT Code (Bank Identifier Code): GENODEF1ETK
IBAN (International Bank Account Number): DE94830944950003199991

Beirat
Dr. Erika Abczynski, Kinderärztin, Dormagen
Hiltrud Breyer, MdEP (1989 bis 2014), Berlin
Eva Bulling-Schröter, MdB, Berlin
Wolfram Esche, Rechtsanwalt, Köln
Prof. Jürgen Junginger, Designer (i.R.), Krefeld
Dr. Sigrid Müller, Pharmakologin, Bremen
Prof. Dr. Jürgen Rochlitz, Chemiker, ehem. MdB, Burgwald
Prof. Rainer Roth, Sozialwissenschaftler, Frankfurt/M.
Prof. Dr. Anton Schneider, Baubiologe, Neubeuern
Dr. Angela Spelsberg, Leiterin Tumorzentrum, Aachen



Vergangenheit



"Wer sich an seine Vergangenheit nicht erinnern 
kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen."


Sonntag, 30. November 2014

Glück kann man nicht kaufen



"Unsere Konsum- und Marktwirtschaft beruht 
auf der Idee, dass man Glück kaufen kann, 
wie man alles kaufen kann.Und wenn man kein 
Geld bezahlen muss für etwas, dann kann es 
einen auch nicht glücklich machen. Dass Glück 
aber etwas ganz anderes ist, was nur aus der 
eigenen Anstrengung, aus dem Inneren kommt 
und überhaupt kein Geld kostet, dass Glück das 
Billigste ist, was es auf der Welt gibt, das ist 
den Menschen noch nicht aufgegangen."